Unsere erfolgreiche Strategie bei fortschreitender Kurzsichtigkeit
Bei der Geburt misst das menschliche Auge normalerweise etwa 17 mm von der Hornhaut bis zum hinterem Augenpol. Dieses Maß wird als axiale Länge bezeichnet. In unseren ersten Lebensjahren wird das Augenwachstum am stärksten vorangetrieben und erreicht eine axiale Länge von 21 mm. Bei einer normalen Entwicklung der Augen verlangsamt sich das Längenwachstum bis zum Erwachsenenalter auf eine axiale Länge von 23,8 mm. Das Auge ist rechtsichtig.
Die axiale Länge eines kurzsichtigen Auges hingegen nimmt weiterhin überproportional zu und erreicht Werte von über 24 mm. Das Auge wird kurzsichtig. Betroffene klagen über eine verschwommene Fernsicht. Grund ist die Tatsache, dass ins Auge einfallende Licht seinen Brennpunkt vor der Netzhaut hat und nicht an der Stelle des schärfsten Sehens.
Das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit führt nicht nur zu einer Beeinträchtigung der Sehleistung, sondern hat auch Auswirkungen auf unsere Augengesundheit. Es erhöht die Anfälligkeit für Folgeerkrankungen und gilt weltweit als eine der Hauptursachen, die zu einer Erblindung führen kann.
| Höhe der Myopie | Katarakt | Glaukom | Netzhaut-Ablösung | Myopiebedingte Makulapathie |
|---|---|---|---|---|
| −1,00 bis −3,00 dpt | 2x | 4x | 3x | 2x |
| −3,00 bis −6,00 dpt | 3x | 4x | 9x | 10x |
| Über −6,00 dpt | 5x | 14x | 22x | 41x |
Diese Faktoren sind:
+0,75 dpt oder weniger im Alter von 6-7 Jahren deutet auf ein höheres Risiko in der Zukunft hin.
Bei Kinder unter 9 Jahren ist das Fortschreiten oder Kurzsichtigkeit schneller.
Risiko steigt, wenn ein oder beide Elternteile kurzsichtig sind.
Personen ostasiatischer Abstammung sind einem höheren Risiko ausgesetzt.
Es gibt zwei Gewohnheiten, die im besonderem Maß daran beteiligt sind:
Das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit nimmt zu, wenn wir zu viele Stunden des Tages mit Sehaufgaben in der Nähe verbringen.
Heutzutage verbringen wir immer weniger Zeit im Freien, was sich auf die Entwicklung der Kurzsichtigkeit auswirkt.
Weltweit sind derzeit etwa 34 % der Bevölkerung von einer Kurzsichtigkeit betroffen. Obwohl dies bereits eine besorgniserregende Entwicklung ist, sieht die zukünftige Entwicklung der Myopie noch alarmierender aus. Bis 2050 werden vorraussichtlich 50% der Weltbevölkerung kurzsichtig sein.
Es ist zu erwarten, dass die Häufigkeit in Europa dem globalen Trend folgt und sich die Kurzsichtigkeit zu einer weltweiten Krankheit weiterentwickelt.
Es gibt kein zu früh oder zu spät, um mit dem Myopie-Management zu beginnen. Im Allgemeinen lässt sich sagen: Wird ein Anstieg der Kurzsichtigkeit von mehr als −0,50 dpt pro Jahr oder ein Längenwachstum von etwa 0,20 mm festgestellt, ist dies ein guter Startzeitpunkt.
Ist die Kurzsichtigkeit noch sehr gering und lässt sich kein Trend erkennen, dass die Myopie schnell ansteigt, bleiben Sie aufmerksam und lassen Sie in regelmäßigen Abständen den Verlauf kontrollieren.
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